Wissenschaftliche Grundlage der Gelenkdistraktion

Die Gelenkdistraktion ist ein therapeutisches Prinzip, bei dem Gelenkflächen durch sanften Zug entlastet werden. Dieses Prinzip wird in verschiedenen Formen wissenschaftlich untersucht – unter anderem bei Kniearthrose.

 

Der Flextrainer überträgt dieses Prinzip in eine einfache, nicht-invasive Heimanwendung zur Entlastung von Knie- und Hüftgelenken. Die folgenden Studien beziehen sich nicht alle direkt auf den Flextrainer, zeigen aber die wissenschaftliche Grundlage der Gelenkdistraktion und mechanischen Traktion bei Arthrosebeschwerden.

Studie 1:

Pilotstudie zur Anwendung des Flextrainers bei Knie- und Hüftarthrose

Zur Studie

Durchführung:

In einer veröffentlichten retrospektiven Pilotstudie wurden 39 Anwenderinnen und Anwender des Flextrainers mit Knie- oder Hüftarthrose zu ihren Erfahrungen befragt.

Ergebnisse:

Die durchschnittlich angegebene Schmerzintensität sank von 6,82 auf 3,28 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10. Das entspricht einer durchschnittlichen Reduktion um 3,54 Punkte.
82 % der Befragten berichteten über eine Verringerung ihrer Beschwerden. 92,3 % würden den Flextrainer weiterempfehlen.
Die Ergebnisse beruhen auf subjektiven Anwenderangaben. Die Studie war als retrospektive Pilotstudie angelegt und hatte keine Kontrollgruppe. Sie ersetzt daher keine randomisierte klinische Studie, liefert aber erste Hinweise darauf, dass regelmäßige nicht-invasive Gelenkdistraktion mit dem Flextrainer zur Schmerzlinderung bei Knie- und Hüftarthrose beitragen kann.

Studie 2:

Langzeituntersuchung zur Kniegelenkdistraktion (KJD) mit MRT-Analyse der Knorpeldicke über bis zu 10 Jahre.

Zur Studie

Durchführung:

20 Patient:innen mit fortgeschrittener Kniearthrose wurden mit KJD behandelt. Die Knorpeldicke im Kniegelenk wurde mittels MRT vor sowie 1, 2, 5, 7 und 10 Jahren nach der Behandlung gemessen.

Ergebnisse:

Bereits nach 1–2 Jahren zeigte sich eine signifikante Zunahme der Knorpeldicke in belasteten Gelenkbereichen.

Auch nach 10 Jahren war der Knorpel immer noch dicker als vor der Behandlung, obwohl er nach 5 Jahren etwas abnahm.

Die Daten belegen sowohl kurzfristige als auch langfristige Knorpelregeneration durch KJD.

Damit liefert die Studie den Nachweis, dass KJD bei Patient:innen mit Arthrose zu dauerhaften strukturellen Verbesserungen des Gelenkknorpels führen kann.

Studie 3:

Zur Studie

Durchführung:

Diese Studie untersuchte die Wirkung von mechanischer Traktion in Kombination mit Physiotherapie auf Schmerzen, Beweglichkeit und physische Funktion bei Patienten mit Kniearthrose (Grad II und III).
120 Patienten wurden in vier Gruppen aufgeteilt:
Gruppe A erhielt nur herkömmliche Physiotherapie, während die anderen drei Gruppen zusätzlich Traktion in unterschiedlichen Kniewinkeln erhielten (gestrecktes Knie, 90° und 20° Kniebeugung).

Ergebnisse:

Alle Traktionsgruppen zeigten eine stärkere Schmerzreduktion als die Kontrollgruppe. Die Gruppen mit Traktion bei 90° und 20° Kniebeugung erreichten größere Verbesserungen bei Schmerzen und physischer Funktion im Vergleich zur gestreckten Traktion. Bei der Beweglichkeit gab es Verbesserungen in allen Traktionsgruppen, jedoch keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen.

Bezogen auf den Flextrainer:

Traktion bei 90° oder 20° Kniebeugung erwies sich als besonders effektiv zur Schmerzreduktion und Verbesserung der physischen Funktion. Dies spricht für eine Kombination von Physiotherapie und der Nutzung des flextrainers, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Studie 4:

Klinische Untersuchung zur nicht-chirurgischen Kniegelenkdistraktion bei Patientinnen mit schwerer Kniearthrose.

Zur Studie

Durchführung:

40 Frauen mit fortgeschrittener Kniearthrose wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt:

 

Kontrollgruppe: Standard-Physiotherapie

 

Interventionsgruppe: Standard-Physiotherapie + 20 Minuten Kniegelenkdistraktion je Sitzung

 

Beide Gruppen erhielten 10 Behandlungssitzungen. Erfasst wurden Schmerz, Beweglichkeit, Gelenkschwellung, Funktion und Lebensqualität – sowohl direkt nach der Therapie als auch nach 1 Monat.

Ergebnisse:

Die Kombination aus Physiotherapie + Kniegelenkdistraktion führte zu signifikant besseren Ergebnissen als Physiotherapie allein.

Verbesserungen zeigten sich bei:


Schmerzreduktion (p = 0.004)


Funktionalität (p = 0.02)


Lebensqualität (p = 0.002)


Beweglichkeit (Kniebeugung) (p = 0.02)

 

Diese Effekte hielten auch nach 1 Monat Nachbeobachtung an.

Studie 5:

Retrospektive Untersuchung zur Cox-Flexions-Distraktions-Dekompression bei Knieschmerzen und Arthrose.

Zur Studie

Durchführung:

Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurden Krankenakten einer chiropraktischen Praxis ausgewertet. Insgesamt erfüllten 25 Patient:innen die Kriterien für die Analyse: acht mit akuten Knieschmerzen von weniger als drei Monaten Dauer, 18 mit chronischen Beschwerden über mehr als drei Monate sowie zwei Patient:innen mit anhaltenden Schmerzen nach einem Kniegelenkersatz. Alle wurden mit der Cox-Flexions-Distraktions-Dekompression behandelt, und die Schmerzintensität wurde vor und nach der Behandlung anhand einer visuellen Analogskala (VAS) erhoben.

Ergebnisse:

Die Behandlung führte zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzen. Im Gesamtkollektiv sanken die mittleren VAS-Werte von 7,7 auf 1,8 nach durchschnittlich 5,3 Sitzungen innerhalb von rund drei Wochen. Akute Patient:innen zeigten eine besonders starke Reduktion (von 8,1 auf 1,1) innerhalb von etwa 2,4 Wochen, während bei chronischen Beschwerden die Werte von 7,5 auf 2,2 nach 3,3 Wochen zurückgingen. Nebenwirkungen traten nicht auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Cox-Flexions-Distraktions-Dekompression sowohl bei akuten als auch bei chronischen Knieschmerzen eine effektive Methode zur Schmerzlinderung darstellen kann und somit einen vielversprechenden Ansatz in der Behandlung von Kniearthrose bietet.

Studie 6:

Experimentelle Untersuchung zur Wirkung der Gelenkdistraktion bei Arthrose im Rattenmodell.

Zur Studie

Durchführung:

In dieser tierexperimentellen Studie wurde bei Ratten durch eine vordere Kreuzbanddurchtrennung in Kombination mit einer Meniskusresektion eine Kniearthrose induziert. Die Tiere wurden anschließend in drei Gruppen eingeteilt: eine Kontrollgruppe ohne Behandlung, eine Gruppe mit externer Fixation ohne Distraktion sowie eine Gruppe mit externer Fixation und aktiver Gelenkdistraktion über drei Wochen. Im Anschluss erfolgte eine umfassende Analyse der Gelenke: die Entzündungsmarker wurden im Serum mittels ELISA bestimmt, Knorpelveränderungen durch histologische Färbungen und immunhistochemische Marker (MMP13, Col X) untersucht, und Veränderungen im subchondralen Knochen wurden per Mikro-CT und immunhistochemischen Verfahren (Nestin, Osterix) bewertet.

Ergebnisse:

Die unbehandelte Arthrosegruppe zeigte typische Merkmale der Gelenkdegeneration, während die Distraktionsgruppe deutlich geringere Schäden aufwies. Konkret führte die Gelenkdistraktion zu einer signifikanten Senkung des Entzündungsmarkers IL-1β, zu einer abgeschwächten Knorpeldegeneration mit niedrigeren histologischen Schadensscores und weniger MMP13- bzw. Col X-positiven Chondrozyten sowie zu einer Reduktion pathologischer Umbauprozesse im subchondralen Knochen. Dort fanden sich geringere Werte für Knochendichte und Knochenvolumenanteil sowie weniger Nestin- und Osterix-positive Zellen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Gelenkdistraktion nicht nur Symptome beeinflusst, sondern auch krankheitsmodifizierend wirken könnte, indem sie Entzündung, Knorpelabbau und Veränderungen im subchondralen Knochen reduziert.

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